Posen für Fotos gelingen mit vier Handgriffen: Drehen Sie sich 30 bis 45 Grad aus der Kameraachse, legen Sie das Gewicht auf das hintere Bein, geben Sie den Händen eine Aufgabe und schieben Sie das Kinn leicht nach vorne und unten. Posieren heißt laut Duden „eine Pose einnehmen“, also eine Körperhaltung, die auf eine bestimmte Wirkung abzielt.
Dazu kommt der Abstand: Was Sie zur Kamera hin vorstrecken, wirkt umso größer, je näher sie steht. Unten finden Sie 16 Posen mit Anleitung, coole Posen für Frauen und Männer und einen Rechner für diesen Effekt.

Die vier Prinzipien hinter allen guten Posen für Fotos
Hinter den meisten gelungenen Aufnahmen stecken dieselben vier Regeln. Wer sie kennt, kann jede der 16 Posen unten selbst abwandeln.
1. Alles, was sich beugen lässt, wird gebeugt
Ein gestreckter Arm liegt flach am Körper und verschmilzt optisch mit dem Oberkörper. Ein angewinkelter Arm lässt ein Dreieck aus Luft entstehen, das die Silhouette vom Hintergrund trennt. Dasselbe gilt für Knie, Handgelenke und Nacken: Stützen Sie eine Hand in die Hüfte, und die Taille wird sichtbar.

2. Das Gewicht liegt hinten
Wer das Gewicht gleichmäßig auf beide Beine verteilt, steht wie ein Denkmal. Legen Sie es auf das hintere, kameraferne Bein, beugen Sie das vordere Knie leicht und stellen Sie den vorderen Fuß auf die Zehen. Die Hüfte kippt von selbst, und die angehobene vordere Ferse streckt die Beine optisch.

3. Das Kinn geht nach vorne, nicht nach oben
Oft heißt es, man solle das Kinn anheben. Ein angehobenes Kinn zeigt der Kamera aber die Nasenlöcher und verkürzt das Gesicht. Besser ist die „Schildkröte“: Kinn leicht nach vorne schieben und minimal absenken. Die Kieferlinie tritt hervor, die Falte unter dem Kinn verschwindet.

4. Schultern und Hüfte laufen nicht parallel
Frontal zeigt ein Körper seine breiteste Ansicht. Drehen Sie die Schultern 30 bis 45 Grad aus der Kameraachse und lassen Sie die Hüfte in einem anderen Winkel stehen. Diese Gegenbewegung heißt in der Bildhauerei Kontrapost.

Eine Pose funktioniert dann, wenn der Betrachter sie nicht als Pose erkennt.
Für jede Pose gilt außerdem: Atmen Sie vor dem Auslösen aus. Angehaltene Luft sieht man, weil sich die Schultern heben und der Hals kürzer wird.

Technik: Brennweite, Blende und Licht entscheiden mit
Posen für Fotos wirken nie unabhängig vom Objektiv. Dieselbe Haltung sieht mit 24 mm aus der Nähe und mit 135 mm aus einigen Metern aus wie zwei verschiedene Menschen. Genau genommen liegt es am Abstand, den die Brennweite beim gleichen Ausschnitt erzwingt.
| Brennweite (Kleinbild) | Wirkung auf die Figur bei gleichem Ausschnitt | Empfohlen für |
|---|---|---|
| 24 bis 35 mm | Deutliche Verzerrung, kameranahe Körperteile wirken vergrößert | Umgebungsporträts, Reportage, bewusst überzeichnete Bilder |
| 50 mm | Nahezu neutrale Proportionen, Normalbrennweite mit genug Bildwinkel für Ganzkörper | Ganzkörperaufnahmen auf engem Raum, Lookbook-Totalen |
| 85 mm | Leichte Kompression, schmeichelhafte Gesichtszüge | Porträt, Halbtotale, Businessfotos |
| 105 bis 135 mm | Starke Kompression, ruhiger Hintergrund, flache Perspektive | Beauty, Detailaufnahmen, Modestrecken mit Abstand |
Nikon empfiehlt für Porträts Brennweiten zwischen 50 und 135 mm. Wir fotografieren Porträts meist mit 85 mm bei Blende f/2,8 bis f/4, Ganzkörperaufnahmen im Lookbook mit f/5,6 bis f/8, sonst liegt der Saum außerhalb der Schärfe. Mehr dazu in den Beiträgen über die Brennweite von Kameraobjektiven und die Schärfentiefe.
Die Kamerahöhe ist ein Posing-Werkzeug
Größer wird, was näher am Objektiv ist. Aus der Froschperspektive wirken deshalb Kinn und Hüfte breiter, von leicht oben ist es umgekehrt. Faustregel: Für Porträts steht die Kamera auf Augenhöhe oder minimal darüber, für Ganzkörperaufnahmen etwa auf Hüfthöhe. Von Augenhöhe nach unten fotografiert, wirken die Beine kürzer.
Licht formt, was die Pose vorbereitet hat
Seitliches Licht aus etwa 45 Grad zeichnet Schatten entlang der Kontur und modelliert die Figur. Flaches Frontlicht löscht diese Schatten, die Figur wirkt breiter. Wie weich das Licht ist, hängt von der Größe der Lichtquelle im Verhältnis zum Abstand ab.

Eine Softbox mit 120 cm im Abstand von einem Meter gibt weiches, hautfreundliches Licht. Aus vier Metern wirkt dieselbe Softbox deutlich härter, weil sie vom Gesicht aus gesehen viel kleiner ist. Achten Sie auf dieselbe Lichttemperatur aller Quellen, sonst kämpfen Sie später beim Weißabgleich mit grünstichigen Hauttönen.


16 Posen für Fotos mit Anleitung
Jede Pose ist ein Ausgangspunkt, kein Rezept, beim Fotoshooting im Studio genauso wie beim Foto mit dem Handy. Eine natürliche Wirkung entsteht meist erst nach ein paar Versuchen: Machen Sie von jeder Pose drei bis fünf Varianten mit anderer Hand und anderem Blick und wählen Sie die beste am Bildschirm aus.
Posen für Fotos im Stehen
- Dreiviertelpose. 30 bis 45 Grad zur Kamera gedreht, das Gewicht hinten, etwas Luft zwischen Arm und Taille. Ein guter Start für jedes Ganzkörperfoto.
- Hand an der Hüfte. Die Hand hoch an die Hüfte, den Ellbogen nach hinten. Ein Ellbogen, der auf das Objektiv zeigt, wird groß.
- Daumen in der Tasche. Nur den Daumen oder die halbe Hand in die Tasche, der andere Arm bleibt locker.
- Bein vor Bein. Das vordere Bein wie im Schritt vor das hintere setzen, das vordere Knie leicht gebeugt. Die Beine wirken länger.

Coole Posen: lässig statt gestellt
Coole Posen wirken lässig, weil sich der Körper abstützt oder etwas tut, statt nur zu stehen. Sie passen zu Frauen und Männern, im Studio wie auf der Straße.
- Anlehnen. Schulter oder Hüfte an eine Wand, ein Geländer oder einen Pfosten, ohne das ganze Gewicht abzugeben. Der Körper hat Halt und entspannt sich.
- Hände hinter den Kopf. Beide Hände ins Haar oder hinter den Kopf, die Ellbogen zur Seite. Wirkt am besten ab der Hüfte aufwärts.


- In die Hocke. Tief in die Hocke, ein Knie höher als das andere, die Unterarme auf den Knien. Das Gesicht rückt in die Bildmitte.
- Sonnenbrille oder Requisit. Brille, Hut, eine Jacke über der Schulter oder ein Becher geben den Händen eine Aufgabe. Schon eine Hand am Brillenbügel reicht.

Posen in Bewegung
- Auf die Kamera zugehen. Gehen Sie langsam auf den Fotografen zu, während er eine Serie macht. Oft ist das Bild am besten, in dem der vordere Fuß gerade aufsetzt.
- Blick über die Schulter. Rücken zur Kamera, dann über die kameranahe Schulter zurückschauen. Das Gesicht erscheint im leichten Profil.


Porträt: Gesicht und Hände
- Hand am Gesicht. Wange, Kinn oder Haar berühren, den Kopf höchstens leicht aufstützen, sonst verformt sich die Wange. Zur Kamera zeigt die Handkante, nicht die Handfläche.
- Blick aus dem Bild. Zur Seite oder in die Ferne schauen, das Kinn bleibt vorne. Das Foto wirkt wie im Gespräch aufgenommen.


- Lachen auf drei. Bis drei zählen und beim Ausatmen lachen, während der Fotograf eine Serie macht. Ein echtes Lachen bewegt auch den Muskel um die Augen, ein „Foto-Lächeln“ meist nicht (Ekman u. a., 1990).


Profi-Tipp: Wenn das Lächeln einfriert, schließen Sie die Augen für zwei Sekunden und öffnen Sie sie kurz vor dem Auslösen. Das Gesicht entspannt sich, der Blick wird frisch.
Posen im Sitzen
- Auf der Kante sitzen. Auf die vordere Hälfte von Stuhl oder Bett, Rücken gerade, Oberkörper leicht zur Kamera. Wer sich zurücklehnt, sinkt zusammen.
- Beine übereinander, Knie zur Seite. Die Knie zeigen leicht vom Objektiv weg. Ein Knie, das auf die Kamera zeigt, wird groß, weil es ihr am nächsten ist.
- Ellbogen auf den Knien. Vorbeugen, die Ellbogen auf den Knien, die Hände locker zusammen. Funktioniert gut bei Männern und draußen auf Bank oder Treppe.


Profi-Tipp: Ändern Sie zwischen zwei Aufnahmen nur eine Sache, etwa die Hand oder die Blickrichtung.
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Posen, die schlank machen: was tatsächlich funktioniert
Drehen Sie sich 30 bis 45 Grad zur Kamera, legen Sie das Gewicht auf das hintere Bein und lösen Sie die Arme vom Oberkörper. Eine Pose verändert keinen Körper, sie steuert nur, wie er auf die Bildfläche projiziert wird. Der zweite Hebel ist der Abstand der Kamera.

- Drehen statt frontal stehen. Gedreht zeigt der Körper der Kamera eine schmalere Seite.
- Arme vom Oberkörper lösen. Ein anliegender Oberarm wird flach gedrückt und wirkt breiter. Etwas Luft an der Taille zeigt ihre Linie.
- Leicht nach vorne lehnen. Aus der Hüfte vorgebeugt, ist das Gesicht näher an der Kamera als der übrige Körper.
- Kein flaches Frontlicht. Ohne Schatten fehlt der Figur die Kontur.
- Kamera nicht tiefer als die Hüfte. Von unten wird größer, was dem Objektiv am nächsten ist: Hüfte, Oberschenkel und Kinn.

Warum sehe ich auf Fotos dicker aus?
Aus unserer Erfahrung im Studio: Oft steht die Kamera zu nah. Die Größe im Bild ist umgekehrt proportional zum Abstand vom Objektiv, also wird größer, was näher dran ist: Hüfte, Ellbogen, Knie oder eine Hand, die zum Handy zeigt. Ward und Kollegen (2018) haben das für Gesichter berechnet: Ein Selfie aus 30 cm vergrößert die Nase im Verhältnis zur Gesichtsbreite um 30 % bei Männern und 29 % bei Frauen, aus 1,5 m gibt es praktisch keinen Unterschied.
Rechner: Wie viel breiter wird, was Sie zur Kamera hin vorstrecken?
Wählen Sie, wie weit Kamera oder Handy von Ihrem Oberkörper entfernt sind und um wie viel Ellbogen, Hand oder Knie näher am Objektiv liegen.
Der Rechner läuft im Browser und braucht JavaScript. Die Werte für typische Abstände stehen in der Tabelle darunter.
Abstand der Kamera zum Oberkörper
Näher am Objektiv als der Oberkörper
+25 %
Aus 1 m Abstand erscheint, was 20 cm näher am Objektiv ist als der Oberkörper, um 25 % breiter.
Für höchstens 10 % Unterschied braucht die Kamera mindestens 2,2 m Abstand. Den Ausschnitt regelt der Zoom.
Oberkörper
20 cm näher
Modell: Die Größe im Bild ist umgekehrt proportional zum Abstand vom Objektiv, wie im Selfie-Modell der Studie von Ward u. a. (2018). Das Ergebnis gilt für die Breite, die Fläche wächst noch stärker.
| Kamera vom Oberkörper | 10 cm näher | 20 cm näher |
|---|---|---|
| 30 cm | +50 % | +200 % |
| 1 m | +11 % | +25 % |
| 1,5 m | +7 % | +15 % |
| 3 m | +3 % | +7 % |
| 5 m | +2 % | +4 % |
Was daraus folgt:
- Fotograf weiter weg, Ausschnitt per Zoom. Für Ganzkörperfotos 2 bis 3 m Abstand, für Porträts mindestens 1,5 m vom Gesicht.
- Am Handy 2× statt 1×. Einen Schritt zurück und heranzoomen. Einige iPhones haben im Porträtmodus eine 2×-Taste, mit der Sie beim gleichen Ausschnitt weiter weg stehen.
- Streifen. Die verbreitete Regel sagt, Längsstreifen machen schlank. Im Experiment von Thompson und Mikellidou (2011) wirkten aber Querstreifen schmaler, auch an einer Schaufensterpuppe. Nach Ashida und Kollegen (2013) kann sich der Effekt bei fülligerer Figur umkehren. Ein sicheres Mittel sind Streifen also nicht.
Paarfotos: Posen, die echte Nähe zeigen
Bei Posen für Fotos zu zweit kommt eine Variable hinzu: der Abstand zwischen den Körpern. Zu viel Abstand wirkt distanziert, zu wenig lässt beide zu einer Form verschmelzen.
Stirn an Stirn
Beide senken den Kopf leicht, bis sich die Stirnen berühren, die Augen bleiben geschlossen oder gesenkt. Die Pose braucht kaum Anleitung. Fotografieren Sie im Profil oder aus 45 Grad, nicht frontal.


Aufeinander zugehen
Lassen Sie das Paar Hand in Hand auf die Kamera zugehen, während Sie eine Serie auslösen. Das Gehen löst die Anspannung, und die Bilder zwischen den Schritten sind oft besser als jede geplante Aufstellung.
Umarmung von hinten
Eine Person sitzt oder steht hinter der anderen und legt die Arme um sie. Der Höhenunterschied wird zum Vorteil, weil zwei Gesichter auf unterschiedlicher Höhe eine Diagonale bilden.

Drehung und Tanz
Eine angedeutete Drehung bringt Bewegung in Stoff und Haar und ein echtes Lächeln, weil sich beide auf die Bewegung konzentrieren statt auf die Kamera. Verschlusszeit ab 1/500 Sekunde.


Drinnen reicht ein langsamer Tanzschritt. Die Hände liegen dann von selbst richtig: auf Schulter, Taille oder in der Hand des anderen.

Ungeplante Momente einbauen
Die stärksten Paarbilder entstehen oft in den Sekunden nach der eigentlichen Aufnahme. Sagen Sie nicht, dass Sie noch fotografieren, und lassen Sie die beiden miteinander reden.


Sitzende und liegende Paarposen
Im Sitzen drehen Sie die Oberkörper 30 bis 45 Grad zueinander, sonst entsteht eine Reihe wie im Wartezimmer. Die Knie zeigen zum Partner, nicht zur Kamera.

Im Liegen fotografieren Sie von oben, beide Köpfe auf gleicher Höhe und gleich weit vom Objektiv entfernt.

Hände als eigenes Motiv
Verschränkte Finger, eine Hand im Nacken, ein Kuss auf die Hand: Detailaufnahmen von Händen erzählen in einer Paarserie oft mehr als das Gesamtbild.


Abstand und Licht
Lassen Sie zwischen den Körpern einen sichtbaren Spalt, außer bei bewusst engen Posen. Draußen ist die letzte Stunde vor Sonnenuntergang eine verlässliche Lichtsituation, weil das tiefe Licht beide Gesichter gleichmäßig trifft.

Posen für Fotos: Männer
Die Prinzipien bleiben gleich, die Gewichtung ändert sich. Bei Männern arbeitet das Posing meist mit Breite, Winkeln und Ruhe: Der Kontrapost fällt flacher aus, der Stand ist breiter.

Stand und Körperachse
Die Füße etwa schulterbreit, das Gewicht auf dem hinteren Bein, das vordere Knie minimal gebeugt. Die Schultern drehen sich nur 15 bis 20 Grad aus der Kameraachse, eine stärkere Drehung nimmt der Figur die Breite.
Arme und Hände
Hände in den Hosentaschen sind eine einfache Lösung, mit sichtbaren Daumen oder wie in Pose 3 nur mit dem Daumen in der Tasche. Verschränkte Arme funktionieren, solange die Hände locker bleiben und nicht den Bizeps quetschen. Geballte Fäuste wirken angestrengt.


Gesichtsausdruck
Für Businessfotos gibt es zwei gute Varianten: neutral mit entspanntem Kiefer und minimal gesenktem Kinn oder ein echtes Lächeln. Ein Lächeln mit Bewegung um die Augen wird laut einer Metaanalyse von Gunnery und Ruben (2016) als aufrichtiger bewertet, in Videos deutlicher als auf Fotos.


Coole Posen für Männer: Wand, Kante, Requisit
Eine Wand zum Anlehnen, eine Tischkante zum Sitzen, ein Türrahmen zum Festhalten: Sobald der Körper einen Kontaktpunkt hat, löst sich die Frage nach den Armen von selbst. Sonnenbrille, Tasse oder eine Jacke über der Schulter erfüllen denselben Zweck. Für Bewerbung und Social Media hilft der Ratgeber zum schönen Profilbild.


Kleid und Lookbook: wenn die Pose das Produkt verkaufen muss
Im Lookbook oder im E-Commerce-Shooting ändert sich das Ziel. Nicht das Model soll gut aussehen, sondern das Kleidungsstück verständlich werden: Schnitt, Fall, Länge und Verarbeitung müssen ablesbar sein.
Bewegung zeigt, was ein Standbild verschweigt
Ein Kleid, das an einer stehenden Person hängt, sagt nichts über sein Verhalten. Ein Schritt, eine halbe Drehung oder ein leicht angehobener Saum zeigen, wie schwer der Stoff ist und wie er fällt.


Der Pflicht-Shotplan pro Modell
Für Modeaufnahmen im Onlinehandel hat sich bei uns eine feste Reihenfolge bewährt. Sie beantwortet die Fragen, die Kundinnen und Kunden vor dem Kauf stellen:
- Ganzkörper frontal, Arme leicht vom Körper gelöst
- Dreiviertelansicht im Winkel von 45 Grad
- Profil, streng seitlich, mit gerader Haltung
- Rückansicht mit sichtbarem Verschluss oder Rückendetail
- Bewegungsaufnahme, Drehung oder Schritt
- Zwei bis drei Detailaufnahmen von Naht, Knopf, Stoffstruktur


Für strukturierte Teile wie Blazer, Hemden oder Mäntel bleibt die Ghost-Mannequin-Technik oft die schnellere Lösung, weil sie die Silhouette ohne Model zeigt. Flach ausgelegte Ware fotografieren wir als Legeware, das rechnet sich vor allem für Basics und Accessoires.
Zur Vorbereitung: Ein Moodboard mit fünf bis acht Referenzposen spart am Shootingtag mehr Zeit als jede Ausrüstungsdiskussion.
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Urlaubsfotos ohne Postkarten-Klischee
Das Grundproblem von Urlaubsbildern: Die Person steht vor der Sehenswürdigkeit statt in ihr. Posen für Fotos im Urlaub scheitern selten an der Haltung, sondern an der fehlenden Verbindung zum Ort.
- Berühren Sie etwas: eine Mauer, ein Geländer, Wasser, die Hutkrempe.
- Gehen Sie durch das Bild, statt davor zu stehen, quer zur Kamera oder auf sie zu.
- Schauen Sie zum Horizont oder auf das, was Sie gerade interessiert, nicht in die Linse.
- Fotografieren Sie in der ersten und letzten Stunde des Tageslichts, mittags steht die Sonne im ungünstigsten Winkel.


Bewegung am Strand und im Wasser
Ein Schritt nach vorne, wehendes Haar oder aufspritzendes Wasser retten fast jede Strandaufnahme. Verschlusszeit ab 1/1000 Sekunde, damit die Tropfen scharf bleiben, und die Sonne seitlich oder im Rücken für Lichtkanten.


Sitzen und liegen
Im Sitzen nie beide Beine parallel ablegen: ein Bein angewinkelt, das andere gestreckt, das Gewicht auf einer Hüfte. Im Liegen stützt der kameranahe Arm den Oberkörper ab, sonst wird die Schulter zusammengedrückt.
Selfies und Spiegelaufnahmen
Für schöne Selfie-Posen gelten dieselben Regeln, nur steht das Objektiv wenige Dutzend Zentimeter vor dem Gesicht, und die Perspektive wirkt am stärksten. Aus 30 cm erscheint, was 10 cm näher am Handy ist, etwa eine Hand unter dem Kinn, um die Hälfte breiter.
Kamerawinkel
Halten Sie das Handy minimal über Augenhöhe und leicht seitlich. Direkt von unten wirkt das Kinn größer, direkt von oben die Stirn, denn größer wird, was näher am Objektiv ist.

Kopfdrehung statt Frontalansicht
Eine Drehung um wenige Grad genügt, damit die Wangenknochen Kontur bekommen. Drehen Sie den Kopf leicht und führen Sie die Augen zurück zur Kamera. Halten Sie das Handy so weit weg, wie der Arm reicht, oder nehmen Sie Stativ und Selbstauslöser.


Hintergrund und Licht
Stellen Sie sich mit dem Gesicht zum Fenster und mit dem Rücken zu einer ruhigen Wand, dann übernimmt Tageslicht die Arbeit einer Softbox. Für Selfies und Videos am Abend hilft ein Ringlicht.
Hände ins Bild
Ein Selfie, das nur aus Gesicht besteht, wirkt flach. Beziehen Sie die Hände ein: am Kinn, im Haar, am Kragen oder mit einem Glas.

Selfie zu zweit oder in der Gruppe
Halten Sie die Köpfe nah zusammen und gleich weit vom Handy entfernt, sonst wirkt das vordere Gesicht größer. Niemand sollte direkt am Bildrand stehen: Im Weitwinkel des Handys wirken Gesichter am Rand gestreckt (Shih u. a., Google, 2019).

Spiegel-Selfies
Im Spiegel zählt der Hintergrund doppelt. Räumen Sie auf und putzen Sie den Spiegel, Schlieren sieht man auf jedem Bild.


Nicht jede Spiegelaufnahme braucht Blickkontakt. Ein Blick auf das eigene Spiegelbild wirkt oft ruhiger und weniger inszeniert.

Typische Fehler beim Posieren und wie Sie sie korrigieren
Diese Fehler korrigieren wir bei Shootings immer wieder.
| Fehler | Auswirkung im Bild | Korrektur |
|---|---|---|
| Frontale Ausrichtung | Breiteste mögliche Silhouette | Schultern 30 bis 45 Grad drehen |
| Kamera zu nah | Hand, Knie und Nase wirken größer | Porträt ab 1,5 m, Ganzkörper 2 bis 3 m, Zoom |
| Gestreckte Arme am Körper | Oberarm wird flach gedrückt | Ellbogen beugen, Arm absetzen |
| Angehobenes Kinn | Nasenlöcher sichtbar, Gesicht verkürzt | Kinn nach vorne und leicht nach unten |
| Angehaltener Atem | Hochgezogene Schultern, kurzer Hals | Vor dem Auslösen ausatmen |
| Ganzkörper von Augenhöhe | Beine wirken kürzer | Kamera auf Hüfthöhe |
| Gespreizte oder verkrampfte Finger | Sichtbare Nervosität | Hände beschäftigen, Finger lösen |
Die ersten Minuten eines Shootings sind Aufwärmen. Planen Sie diese Zeit ein, statt sofort brauchbare Aufnahmen zu erwarten.
Häufige Fragen zu Posen für Fotos
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Wie posiere ich richtig für Fotos?
Drehen Sie sich 30 bis 45 Grad zur Kamera, das Gewicht aufs hintere Bein, die Hände mit Aufgabe. Schieben Sie das Kinn leicht nach vorne und unten und atmen Sie vor dem Auslösen aus.
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Was sind coole Posen für Fotos?
Posen, bei denen sich der Körper abstützt oder etwas tut: an eine Wand oder einen Pfosten lehnen, in die Hocke gehen, die Hände hinter den Kopf nehmen oder mit Sonnenbrille und Requisit arbeiten.
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Wie sollten Männer auf Fotos posen?
Mit schulterbreitem Stand und nur leichter Drehung von 15 bis 20 Grad, damit die Schultern breit bleiben. Gut funktionieren Hände in den Taschen, eine Wand zum Anlehnen und im Sitzen die Ellbogen auf den Knien.
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Welche Pose macht schlank?
Die Dreiviertelpose, 30 bis 45 Grad gedreht, mit Gewicht hinten und Luft an der Taille. Aus 1 m Abstand wirkt eine um 20 cm vorgestreckte Hand 25 % breiter, aus 3 m 7 %.
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Wie sieht man auf Selfies gut aus?
Halten Sie das Handy leicht über Augenhöhe, drehen Sie den Kopf etwas und das Gesicht zum Fenster. Abstand hilft: Aus 30 cm wirkt, was 10 cm näher am Handy ist, um die Hälfte breiter.
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Wie posiert man als Paar?
Stellen Sie sich nah zusammen und drehen Sie sich 30 bis 45 Grad zueinander, statt frontal nebeneinander zu stehen. Berührungen an Hand, Taille oder Stirn verbinden Sie beide im Bild, gemeinsames Gehen löst die Anspannung.
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Was mache ich mit den Händen auf Fotos?
Geben Sie ihnen eine Aufgabe: Hand an der Hüfte, Daumen in der Tasche, Finger im Haar oder ein Requisit. Lösen Sie die Arme etwas vom Körper und zeigen Sie der Kamera die Handkante.
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Was bedeutet posieren?
Posieren heißt laut Duden „eine Pose einnehmen“, also eine Körperhaltung, die auf eine bestimmte Wirkung abzielt. Vor der Kamera heißt das: Körper, Hände und Blick bewusst so einsetzen, dass das Bild natürlich wirkt.
Fazit
Posen für Fotos lassen sich auf vier Sätze reduzieren: Beugen Sie, was sich beugen lässt. Legen Sie das Gewicht nach hinten. Schieben Sie das Kinn nach vorne. Drehen Sie Schultern und Hüfte gegeneinander. Dazu kommt der Abstand: Kamera weiter weg, Ausschnitt per Zoom.
Der Rest ist Übung: vor dem Spiegel, mit Selbstauslöser und einem kritischen Blick auf die Ergebnisse. Inspiration für Haltung und Bildaufbau finden Sie in Modestrecken, etwa bei Vogue Deutschland, und ein Nachschlagewerk mit über 300 Hauptposen ist POSEN! Das Buch für Fotografen und Models.
Bei Fotos mit Model, etwa für ein Lookbook, muss die Pose vor allem Schnitt und Passform zeigen. Solche Aufnahmen kalkulieren wir individuell: Die Preisanfrage senden Sie in der App im Chat mit dem Studio, Details stehen unter Leistungen und in der Preisliste für Produktfotografie, andere Fragen beantworten wir über das Kontaktformular.

